Geschichte des Trinkwassers in der Landeshauptstadt Schwerin

Entwicklung der Wasserförderung in Bezug auf die Einwohnerzahl von Schwerin, Copyright: WAG Schwerin 1160 wurde die Stadt Schwerin gegründet. Ein natürlicher Wasserreichtum sichert die Versorgung der Bevölkerung bis weit in das 19. Jahrhundert. Mit dem Anstau des Pfaffenteiches 1284 begann eine frühe Form der öffentlichen Wasserversorgung, dieser wurde als Trink- und Brauchwasserreservoir genutzt. Am Ende des 19. Jahrhunderts gab es ca. 65 öffentliche Brunnen, deren Tiefe 5 bis 10 Meter betrug. Probleme stellten sich ein, als die Bevölkerungs- und Besiedlungsdichte ständig zunahmen und man die Menschen zwar mit Wasser versorgen, es jedoch zusammen mit den anfallenden Fäkalien und anderen Abfällen nicht ordnungsgemäß entsorgen konnte. Deshalb wurde mit der Planung einer zentralen Wasserversorgung in Schwerin begonnen.

1888 - 1892 wurden das Wasserwerk Neumühle mit dem dazugehörigen Wasserturm als Wasserspeicher und die Versorgungsleitungen fertiggestellt, die Entnahme erfolgte aus dem Neumühler See. Der Wasserbedarf der Stadt wurde auf 4.000 bis 6.000 m³/Tag konzipiert.  

Der schnelle Anstieg der Einwohnerzahl in Schwerin und der wirtschaftliche Aufschwung bis 1930  machten es erforderlich, die Aufbereitungskapazität des Wasserwerkes Neumühle ständig zu erhöhen. 1948 wurde mit der Erschließung der Grundwasservorkommen begonnen und zusätzliche Tiefbrunnen in Betrieb zu nehmen. Immer mehr Ortsteile von Schwerin wurden parallel dazu an die Trinkwasserversorgung angeschlossen. 1954 wurde ein weiteres Wasserwerk in Gosewinkel in Betrieb genommen, die Entnahme erfolgte zunächst aus dem Medeweger See. Ab 1961 wurden auch hier zusätzlich Grundwasser gefördert.

Der Wasserbedarf steigt von 221 Liter je Einwohner und Tag (1960) auf 330 Liter je Einwohner und Tag (1973), Schwerin hat 1973 mehr als 100.000 Einwohner erreicht. Zur Sicherung des ständig steigenden Wasserbedarfes wurde 1979 das Wasserwerk Pinnow in Betrieb genommen, die Kapazität steigt auf 68.200 m³/d.

1989 endet die Seewasserentnahme im Wasserwerk Gosewinkel und 1990 im Wasserwerk Neumühle.

Seit 1991 sank der Wasserbedarf drastisch (Rückgang der Einwohnerzahl, Zusammenbruch vieler Industriebetriebe und Weggang sowjetischer Militäreinheiten). Mit Inbetriebnahme des Wasserwerkes Mühlenscharrn 1999 wurden gleichzeitig die sehr stark sanierungsbedürftigen Wasserwerke Neumühle und Gosewinkel stillgelegt.
 
Seit dem Jahre 2000 hat sich die Bevölkerungszahl in Schwerin stabilisiert. Der Wasserbedarf in Schwerin hat sich auf durchschnittlich 98 Liter je Einwohner und Tag (im Vergleich 379 Liter je Einwohner und Tag 1976) reduziert.